Buchkunst? Buchkunst!

Da gibt es kunstinteressierte Menschen, die innehalten wenn sie zum Erstenmal den Begriff Buchkunst hören.

Buchkunst? Sie meinten Kunst Buch? Nein?

Buchkunst? Diese Zeit ist doch längst vorbei, dieser Zug ist abgefahren. Buchkunst ist doch inzwischen ein Teil der Buchgeschichte, nicht mehr zeitgemäß! Nein?

Buchkunst! Zeitgenössische Buchkunst lebt und hat nichts an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil, dieser Kunstform ist es gelungen über die Zeit der Jahrhunderte zu bestehen, sich einem ewigen Jungbrunnen gleich, immer wieder zu erneuern.

Buchkunst heute, ist eine eigenständige Kunstrichtung die uns immer wieder ihre Vielfältigkeit und Tiefe vor Augen führt. Da ist der Inkunabeldrucker ebenso vertreten wie der Pressendrucker, der Buchmaler wie der Kaligraph. Buchkunst vereinigt verschiedenste Bereiche der zeitgenössischen Kunst.

Gerade dieses beachtliche Spektrum zeigt aber auch die Fülle und Weite dieser Kunstform. In der Buchkunst zeigt sich das künstlerische Erleben ebenso, wie unterschiedliche haptische und sinnliche Wahrnehmungen.

Das Öffnen eines Buches, das Blättern darin, beinhaltet im Gegensatz zu einer Skulptur und einem Bild, die Möglichkeit Statik zu überwinden. Buchkunst ist in hohem Maß ein festgehaltener Entwicklungsprozess, der sich vom Betrachter immer wieder nachvollziehen lässt. Diese Kunstform schenkt, wie kaum eine Andere der klassischen bildenden Künste die Option, sich einzulassen auf Text und Bild. Weitreichende Wahrnehmungen auf den verschiedensten Ebenen werden dadurch erst möglich.

Der Leser von Buchkunst erlebt mit allen seinen Sinnen die künstlerische Auseinandersetzung.

Lassen sie sich verzaubern von der außergewöhnlichen Gestaltung, den wunderbaren Farben, den besonderen Texten, den außerordentlichen buchbinderischen Lösungen und den Eigenarten der für das jeweilige Buch ausgewählten Beschreibstoffe.

Buchkunst öffnet die Herzen!

Gerd J. Wunderer