Buchkunst als Therapie? Buchkunst in der Therapie!

Buchkunst in der Therapie, Buchkunst als Therapie, eine Zusammenarbeit von Therapeut und Künstler, ein gewagtes Thema gerade von einem Laien?

Der entscheidende Vorteil einer Therapieform mit Buchkunst wäre die Tatsache, dass am Ende der künstlerischen und seelischen Auseinandersetzung mit einem Thema ein Dokument in Form des Buches übrig bleiben würde, das dem Patienten den eigenen Weg oder die bisher zurückgelegte Strecke und damit seine gemachten Entwicklungen aufzeigt.

Im Buchkunst-Buch bleibt der Wendepunkt, vielleicht auch der Punkt des Heilwerdens sichtbar. Der Künstler, der Patient wird sich in der Arbeit mit dem Buch seiner eigenen Veränderung bewusst. In einer therapeutischen Situation kann diese Veränderung durch eine therapeutische Intervention offenbar gemacht werden und segensreich wirken.

Das entscheidende Plus bei der Buchkunst ist die Option eine Dokumentation auch über einen langen Zeitraum hinweg zu erhalten. Entwicklungsprozesse werden so deutlich, vielleicht auch vertieft. Ein chronologisch gemaltes, bzw. geschriebenes Buchkunst-Buch ermöglicht durch vielfältige Artikulationsformen wie Text, Ornamentik oder Bild aufzuzeigen wo stand ich am Anfang, wo stehe ich jetzt.

Durch das Schreiben und Malen kann sich der Patient ein Stückweit von seinen Gedanken lösen, ES schreibt, ES malt, manchmal fern jeder eigenen Deutung. Vielleicht bedarf es dann einem Vertrauten der vielleicht nur nachzufragen braucht, um Fragen nicht unbeantwortet stehen zu lassen.

Dieser Anstoß, dieser Eingriff von außen ermöglicht ein neuer Ansatz in der künstlerischen und geistigen Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema. Es wird sich dabei ein Weg, eine Richtung zeigen, sie wird plötzlich da sein. Diese Erfahrung kann Basis dafür sein, dass wir in unserem innersten Herzen, unserer Seele angesprochen werden, um so Lösungen für scheinbar unlösbares zu finden.

Genau an diesem Punkt haben wir in der Buchkunst eine Option aus Überwindungsprozessen neue Kraft und Hoffnung zu schöpfen, auch für weitere zukünftige Probleme die uns immer wieder treffen können, Kraft zu sammeln.

Buchkunst macht stark!

Gerd J. Wunderer